09.03.2026, Prellball, Autor: Jenny Rothfischer

TV Sottrum fährt mit vier Teams zur Deutschen Jugendmeisterschaft

Ehlert-Jungs holen Silber

Berlin. Zwei Tage, vierzehn Vereine, dreiunddreißig Mannschaften: zum zweiten Mal in Folge sieht eine Norddeutsche Jugendmeisterschaft im Prellball wieder so aus. Die gute Jugendarbeit der letzten Jahre macht sich bemerkbar, und so gab es vor allem in der C-Jugend (11-14 Jahre) große Konkurrenz um die Qualifikationsplätze zur Deutschen Meisterschaft. Nachdem die männliche A-Jugend (15-18 Jahre) des TV Sottrum die Qualifikation im letzten Jahr knapp verpasste, kann der Turnverein in diesem Jahr wieder in allen vier Altersklassen um den Titel mitspielen. Seit 2024 gehören die Mannschaften des Westfälischen Turnerbundes zum „Prellball-Norden“. Seitdem spielen auch sie ihre Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft über die Norddeutsche Meisterschaft aus. Durch diese Zusammenlegung nehmen natürlich deutlich mehr Mannschaften an diesen regionalen Titelkämpfen teil. Aus der über lange Zeit eintägigen Veranstaltung ist daher wieder eine zweitägige geworden und die Spiele werden im richtigen Meisterschaftssystem mit Vor- und K.O-Runde ausgetragen. Lediglich in der weiblichen A-Jugend reichten die sieben teilnehmenden Teams nicht aus, um zwei Gruppen zu bilden und so spielte in dieser Klasse jede Mannschaft einmal gegen jede. In der weiblichen C-Jugend standen die Karten um die Qualifikation nicht am schlechtesten, allerdings war die Konkurrenz besonders stark. Von zehn gemeldeten Mannschaften konnten sich nur vier ein Ticket zur Deutschen Meisterschaft erspielen. Der fünfte Qualifikationsplatz geht an den MTV Wohnste, der als Ausrichter seine Mannschaft in dieser Altersklasse gesetzt hat. Somit musste mindestens das Halbfinale erreicht werden, um sich einen Platz zu sichern. Eine mögliche, aber schwierige Aufgabe, da diese Altersklasse nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ eine der am Besten besetzten ist. In der Vorrunde musste sich das Team von Verena Ehlert lediglich dem amtierenden Deutschen Meister vom TuS Meinerzhagen 1 geschlagen geben (23:36). Gegen den TSV Tempelhof Mariendorf (43:20), MTV Eiche Schönebeck 2 (39:22) und SG Aumund-Vegesack (32:27) gab es sichere Siege. Damit belegten Jette Müller, Leni Heinze, Princess Frimpong, Angelina Eggers, Paula Lange, Nia Letzel und Sophia Haats den zweiten Platz in ihrer Gruppe und qualifizierten sich für das Vorkreuzspiel (entspricht einem Viertelfinale) am Sonntag gegen den Drittplatzierten der anderen Gruppe. Dieses musste das Ehlert-Team gewinnen, um sicher bei der Deutschen Meisterschaft dabei zu sein. Die Gegnerinnen vom TV Berkenbaum hatten sich am Samstag in ihren Partien sehr stark gezeigt und so war vor allem auf Trainerinnen-Seite die (An-)Spannung hoch. In einem sehr engen Spiel hatten die Sottrumerinnen jedoch stets die Oberhand und sicherten sich am Ende den verdienten Sieg und die verdiente Qualifikation zur DM. Kein Wunder, dass nach dem Abpfiff bei der einen oder anderen Spielerin die Freudentränen flossen. Im Halbfinale gegen den MTV Eiche Schönebeck 1 (24:39) und im Spiel um Platz 3 gegen den TSV Marienfelde (27:30) mussten sich die Sottrumerinnen zwar geschlagen geben, so dass am Ende Rang 4 zu Buche stand. Das wichtigste Tagesziel - die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft - war erreicht. Noch besser lief es in der männlichen C-Jugend von Tabea Ehlert und Patrick Clayton. Ihre Jungs holten im vergangenen Jahr die Bronzemedaille und hatten ein klares Ziel: in diesem Jahr möglichst weiter oben auf dem Treppchen zu stehen. Demnach motiviert gingen Alexander Jonus, Friedrich Decker, Eduard Schmidt, Leo Wöhltjen, Karlo Benjamins und Aiden Rothgänger in ihre erste Partie und sicherten sich einen überdeutlichen Auftaktsieg gegen den TV Berkenbaum (55:23). Anschließend ging es direkt gegen den „Angstgegner“ TSV Marienfelde, gegen den man im letzten Jahr im Halbfinale der DM ausgeschieden war. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, das jedoch knapp an den Gegner ging (27:30). Mit dem Sieg im letzten Spiel der Vorrunde gegen die SG Aumund-Vegesack (42:26) sicherten sich die Jungs ebenso wie die Mädchen den zweiten Platz in ihrer Gruppe. Auch am nächsten Tag unterstrichen sie ihre Ambitionen und setzten sich im Vorkreuzspiel gegen den Berliner Verein SG Anton-Saefkow durch (42:27) und schickten im Halbfinale den MTV Eiche Schönebeck aus dem Rennen (31:27). Dann hieß es: Finale. Erneut gegen Marienfelde. Zunächst war es ein Spiel auf Augenhöhe. Zur Halbzeit schaffte man es einen kleinen Rückstand wieder auf ein Unentschieden zu lenken, aber leider schienen Konzentration und Kraft nachzulassen und so kamen Decker und Co. nicht gegen die Berliner an (29:36). Die erste gute Nachricht: es waren vor allem eigene Schlagfehler, die zur Niederlage führten, die Abwehr stand dagegen stabil. Bis zur „Deutschen“ bleibt also noch genug Zeit, um daran zu arbeiten. Die zweite gute Nachricht: die Sottrumer sind Norddeutscher Vizemeister! Ehlerts harte Arbeit der letzten Jahre zahlt sich aus, ihre Jungs arbeiten sich Jahr für Jahr auf höhere Plätze vor. Neu sortieren musste sich die weibliche A-Jugend von Christine Roth und Jenny Rothfischer. Nachdem die Mannschaft im vergangenen Jahr Norddeutsche und Deutsche Meisterinnen geworden war, haben gleich vier Leistungsträgerinnen das Team verlassen. Neu dazu kam glücklicherweise Ilvie Viets, die aus der eigenen C- in die A-Jugend gewechselt ist und sofort die Aufgabe der Schlagfrau übernehmen konnte. Mit ihr starteten Lina Ekkert, Luisa Lange und Katharina Walter souverän ins Turnier und besiegten den ersten Gegner vom TV Berkenbaum (35:24). Gegen den MTV Eiche Schönebeck, gegen den die Mädels bei der Landesmeisterschaft zuvor je einmal sehr deutlich gewonnen und sehr deutlich verloren hatten, verschliefen sie jedoch die ersten fünf Minuten der Partie und konnten ihren Rückstand trotz besserer zweiter Halbzeit nicht mehr aufholen (28:30). Die neu gegründete Mannschaft vom TuS Aschen Strang hatte ihnen dagegen wenig entgegenzusetzen (40:19). Der zweite Wettkampftag begann gegen den Finalgegner des Vorjahres, dem TuS Meinerzhagen. Diese Mannschaft hatte sich personell sogar noch verstärken können und zählte damit zu den Favoriten auf den Titel. Die Sottrumerinnen starteten jedoch mit unglaublicher Energie in die Partie und führten nach einigen Minuten bereits mit fünf Bällen. Es war das beste und qualitativ hochwertigste Spiel, das Ekkert, Lange, Viets und Walter in dieser Saison zeigten. Am Ende reichte es zwar knapp nicht für den Sieg (28:30), doch die Freude über die eigene Leistung blieb. Das folgende Spiel gegen den TSV Tempelhof-Mariendorf gestaltete sich deutlich zäher. Es gelang nicht, den vermeintlich schwächeren Gegner klar auszuspielen, so dass der Sieg relativ knapp ausfiel (30:27). Im letzten Spiel des Tages hieß es dann Showdown gegen die ewigen Lokalrivalinnen vom MTV Wohnste. Ein Sieg wäre die letzte Chance auf einen Treppchenplatz gewesen. Die Partie begann ähnlich wie gegen Meinerzhagen: die Sottrumerinnen waren von Beginn an hochkonzentriert und überzeugten vor allem mit einer starken Abwehrleistung. Im Angriff fehlten jedoch etwas Mut und Routine, so dass sich die Mannschaft schließlich geschlagen geben musste (25:31). Das Ergebnis fällt dabei deutlicher aus, als es der Spielverlauf vermuten lässt. Am Ende steht Platz 4 zu Buche und eine Meisterschaft, die Mut macht und Lust auf mehr. In sechs Wochen werden die Karten bei der Deutschen Meisterschaft neu gemischt. Nachdem sie im letzten Jahr knapp an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft gescheitert waren, war diese das Hauptziel von Lasse Müller, Dimo und Nias Körting, Lias Kück und Raphael Horn. Die Chancen standen gut: von den acht teilnehmenden Teams würden sich gleich sieben qualifizieren, da „der Süden“ nur drei Teams stellen kann. Nach eher verhaltener Trainingsbeteiligung in den vergangenen Wochen und mit einem noch angeschlagenem Schlagmann Müller sprang in der Vorrunde leider kein Sieg für das Team von Mikà Hüsing heraus. Der MTV Eiche Schönebeck 2 (28:37) und der TSV Tempelhof-Mariendorf (29:40) ließen ihnen keine Chance. Gegen die SG Meinerzhagen-Berkenbaum zeigten die Jungs schon eine deutlich stärkere Leistung und hatten nur knapp das Nachsehen (29:31). So ging es am Sonntag in einem Hin- und Rückspiel um den heiß begehrten 7. Platz gegen die SG Burgdorf-Dörverden, einen Gegner, den man immerhin aus der Landesliga und von niedersächsischen Auswahllehrgängen kennt. Hier ließen sie nichts mehr anbrennen und lösten mit zwei deutlichen Siegen (36:22) und (41:20) das Ticket zur Deutschen Meisterschaft. Damit sind endlich wieder alle Mannschaften des TV Sottrum bei den nationalen Titelkämpfen, die Mitte April in Sittensen stattfindet werden, vertreten! Und bis dahin wird weiterhin fleißig trainiert.