Deutsche der Leistungsklasse 2026
Contwig. Die Sottrumer Prellballer sind ja grundsätzlich auch weite Reisen gewohnt. Aber die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse (Bundesliga) am vergangenen Wochenende brachte auch die beiden Sottrumer Teams sowie die Spielgemeinschaft MTV Wohnste/TV Sottrum („WoSos“) an ihre Grenzen, zumal sie die Kosten für Fahrt und Unterkunft größtenteils aus eigener Tasche zahlen. Über 1300 km insgesamt standen nach der Rückkehr auf dem Tacho – aber – es hat sich wieder einmal gelohnt, denn die Ballsportler*innen von der Wieste belohnten sich selbst mit tollen Ergebnissen für den enormen Aufwand. Nicht nur am Samstag das Erreichen der Endrunde, sondern auch die endgültigen Platzierungen am Sonntag – ein fünfter und ein vierter Platz und ein Vizemeistertitel - waren ein mehr als verdienter Lohn. Während dabei die beiden Frauenteams damit eine lange Reihe von vorderen Platzierungen fortsetzten, war es für das Sottrumer Männerteam eine Premiere, die Endrunde zu erreichen. Entsprechend gut war auch die Stimmung bei Aktiven, Trainern und Fans nach den Spielen, daran konnte auch die Aussicht auf die noch anstehende achtstündige Rückfahrt nichts ändern. „Wir sind mehr als stolz auf unsere Teams und auf die mitgereisten Fans, die zusammen während des gesamten Wochenendes ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl verbreiteten“, so Sottrums Teamchef Volker Heinze, „Wann immer die Gelegenheit war, haben sich alle Teilnehmer – Spieler*innen wie Fans – angefeuert und unterstützt. Das war schon ein ganz besonderes Gefühl.“
Die beste Platzierung erreichten die WoSos an diesem Wochenende. Sie spielten sich bis ins Endspiel und mussten sich erst dort dem Meister vom MTV Eiche Schönebeck geschlagen geben. Bereits am Samstag in der Vorrunde zeigten die Sottrumerinnen Jenny Rothfischer, Daria und Alina Trompeter und Alena Fitschen zusammen mit Thea Heppner und Ann-Kathrin Key vom MTV Wohnste beeindruckende Leistungen. Ohne Niederlage, aber mit zwei Unentschieden gegen den TV Grohn (29:29) und den TV Winterhagen (27:27) belegte das vom Sottrumer Jens Hüsing betreute Team nach Siegen gegen VfL Waiblingen 41:22) und SV Weiler (46:21) am Ende den 2. Gruppenplatz und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale am Folgetag. Dort trafen die WoSos ausgerechnet auf den TV Sottrum und behielten in diesem doch sehr emotionalen Match die Oberhand (35:26). Im folgenden Halbfinale stand ihnen dann der SV Werder Bremen gegenüber. Schon in der lfd Bundesligasaison hatten sich beide Teams enge Duelle geliefert und es dauerte schon, bis sich die WoSos entscheidend absetzen und das Match für sich entscheiden konnten (34:29). Im abschließenden Endspiel fanden die WoSos leider nicht ganz zu ihrer vorherigen Stärke und musste sich am Ende mit einem trotzdem viel umjubelten Vizemeistertitel begnügen (24:29).
Auch die Sottrumer Damen Anneke Schulz, Karoline Hunold, Juliane Meyer und Annika Freymuth starteten am Samstag in ihre Vorrunde. Verletzungsbedingt musste das Team mit Trainer Volker Heinze an diesem Wochenende leider auf Leonie Heinze verzichten. Letztere war natürlich trotzdem mitgereist und coachte „ihre Mädels“ zusammen mit ihrem Trainer/Vater von hinten. Der TV Sottrum hatte dabei die deutliche schwerere Vorrunde „erwischt“, in der gleichen 3 weitere Teams der stärkeren Bundesliga Nord um Platzierungen kämpften. Nach einem eher leichten Auftaktsieg gegen den TV Rieschweiler (40:24) aus der Bundesliga Süd, wartete mit dem TV FA Altenbochum gleich der erste „schwere Brocken“ auf die Sottrumerinnen. Mit einer konzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung entschied der TV Sottrum die Partie aber für sich (28:24). Es folgten Niederlagen gegen den MTV Eiche Schönebeck (23:32) und SV Werder Bremen (22:31). Nach Abschluss der Gruppenspiele waren die Teams vom TV Sottrum, TV FA Altenbochum und MTV Eiche Schönebeck punktgleich und es mussten Entscheidungsspiele gemacht werden. Souverän setzten sich die Sottrumer Damen erneut gegen den TV FA Altenbochum durch (15:13). Im Spiel gegen den MTV Eiche Schönebeck stand es nach 2 x 5min Ausgleich und erst eine Verlängerung (2 Punkte Vorsprung) brachte die Entscheidung zu Ungunsten des TV Sottrum (18:20). Als Gruppendritter für das Viertelfinale am Sonntag qualifiziert, standen die Sottrumerinnen dann den WoSos gegenüber. Bis zur Halbzeit konnte sich der TV Sottrum noch eine kleine Führung erarbeiten, in der 2. Halbzeit bekamen die Sottrumer Damen die starken Aufschläge des Gegners nicht in den Griff (26:35). Im abschließenden Match um den 5. Platz gegen den TV Winterhagen zeigten Heinzes Damen noch einmal ihre ganze Stärke. Ganz besonders Juliane Meyer, das „Mannschaftsküken“, brillierte mit ihrer Annahme und starken Aufschlägen und hatte einen wesentlichen Anteil am Sottrumer Erfolg (36:27).
Überflieger vor allem am Samstag war die Sottrumer Herrenmannschaft mit David Voss, Anatoli und Genrich Schmidt, Felix Ecken, Mika Hüsing, Spielertrainer Torben Peters und Betreuer Ralf Müller. „Ich habe unsere Jungs tatsächlich noch nie so stark spielen sehen. Mit einer bärenstarken Annahme und einem intelligenten Angriffsspiel haben sie mit Recht den Gruppensieg am Samstag geholt,“ schwärmt der begeisterte Volker Heinze. „Letzte Jahr habe ich nach der Deutschen noch geschrieben, dass der „Welpenschutz“ jetzt abgelaufen ist. Mit dieser Leistung ist das Team endgültig in der Prellballspitzengruppe in Deutschland angekommen. Besonders beeindruckend war dabei auch die genaue Umsetzung der Trainervorgaben während der Spiele“, zeigt Heinze sich mehr als angetan.
Mit einem souveränen und überlegenen Sieg gegen den SV Weiler gelang dem Sottrumer Team ein gelungener Start (43:33). Noch besser machten sie es gegen den amtierenden Meister der Bundesliga Nord, TuS Aschen-Strang (31:28). Lediglich gegen den späteren Deutschen Meister vom TV FA Altenbochum reichte eine gute Leistung nicht für einen Sieg (29:33). Doch in ihrem besten Spiel des Tages mit einem finalen Gewinn gegen den TV Rieschweiler (29:28) reichte es für den Gruppensieg und damit die Qualifikation für das Halbfinale am Folgetag. Leider konnten die Sottrumer Herren die Glanzleistungen vom Vortag nicht ganz wieder auf das Feld bringen, und so ging das Halbfinale, erneut gegen den TV FA Altenbochum, verloren (28:36). Im Spiel um Platz 3 war dann der Gegner vom MTV Eiche Schönebeck zu stark für das Sottrumer Team, das aber zurecht stolz sein darf auf ihre auf den 4. Platz und auf die Leistung bei dieser Deutschen Meisterschaft. „Vielleicht wollten sich unsere Herren noch ein bisschen Luft nach oben lassen für das kommende Jahr“, findet Heinze sein Schlusswort, „ich sehe in dem Team auf jeden Fall das Potential für einen Treppchenplatz. Aber davor müssen sie erst wieder hart und beständig trainieren und eine schwere Saison erfolgreich spielen, um sich zu qualifizieren. Von allein wird das nicht klappen!“

