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TV Sottrum bleibt "erstklassig"

Achim-Baden. Am vergangenen Wochenende wurden im Rahmen der Neustrukturierung in Achim Baden in einer Relegation die restlichen Startplätze für die Startplätze in der neuen 1. Bundesliga ausgespielt. Natürlich mit Sottrumer Beteiligung und das auch erfolgreich, denn sowohl die 1. Herren- als auch die 1. Damenmannschaft des Vereins von der Wieste sicherten sich ihr Startrecht und bleiben damit auch in der Saison 2024/2025 erstklassig. Für die 2. Damenmannschaft reichte es erwartungsgemäß nicht für einen Startplatz, dieses Team wird damit in der neuen Saison in der neugeschaffenen Regionalliga auf Punktejagd gehen.

Im Deutschen Prellballsport steht ein großer Umbruch an. Die bisherigen Regionalbereiche Nord, Mitte und Süd werden künftig auf 2 Bereiche reduziert: Nord und Süd. Die Teams der bisherigen Region Mitte werden auf die neuen Bereiche aufgeteilt. Diese Regelung gilt für die Jugend wie auch für die Erwachsenen inklusive der Altersklasse.

Und sie gilt damit auch für bisher dreiteilige Bundesliga der Frauen und Männer. Diese werden in der kommenden Saison auf zwei neue Ligen aufgeteilt. Für ein Startrecht in diesen neuen Ligen gelten dabei folgende Regelungen:

Die Erst- und Zweitplatzierten der ausgelaufenen Saison 2023/2024 sind direkt qualifiziert, je nach Landesturnverband in der Bundesliga Nord oder Süd. Die restlichen der insgesamt 9 Startplätze werden in einer Relegation ausgespielt, zu der sich alle Teams der bisherigen 1. Bundesliga anmelden können. Mannschaften, die bei dieser Relegation die Qualifikation nicht erreichen, haben automatisch ein Startrecht in der neugeschaffenen Regionalliga.

Aufgrund der Zugehörigkeit zu den neuen „Nord“-Landesturnverbänden ergaben sich für die Relegation folgende Konstellationen:

Frauen

Drei Plätze waren bereits vorher belegt durch die beiden Erstplatzierten der Bundesliga Nord (unter anderem die „Wosos“) sowie den Zweitplatzierten der Bundesliga Mitte (der dortige Erstplatzierte rückt in die Bundesliga Süd). Damit waren für die 8 teilnehmenden Teams bei der Relegation noch 6 Startplätze zu vergeben.

Männer

Hier waren sogar schon 4 Plätze vergeben, da die Erst- und Zweitplatzierten der Bundesligen Nord und Mitte alle in die neue Region Nord gehören. Um die verbleibenden 5 Startplätze kämpften bei der Relegation insgesamt 11 Mannschaften.

Bei den Frauen und den Männern wurde eine Vorrunde in zwei Gruppen gespielt, wobei sich die Gruppenplätze aus der Platzierung in der Bundesligasaison 2023/2024 ergaben.

Nach Abschluss der Vorrunde hatten alle Gruppenersten das Startrecht zur neuen Bundesliga bereits in der Tasche, während die Gruppenzweiten, -dritten und -vierten die verbleibenden Startplätze in Vorkreuz-, Kreuz- und Platzierungsspielen untereinander ausspielten, bei den Männern waren die Gruppenfünften bzw. sechsten ausgeschieden und direkt für die Regionalliga qualifiziert.

Anneke Schulz, Karoline Hunold, Leonie Heinze, Anika Freymuth und Juliane Meyer traten für den TV Sottrum 1 ihre Gruppenspiele an. Dabei machten sie mit einer souveränen und abgeklärten Leistung vom ersten Spiel an ihre Ansprüche klar. Das bekam dann auch gleich der Gegner vom VfL Eintracht Hannover zu spüren. Gegen das hochwertige Angriffs- und Annahmespiel der Sottrumerinnen hatten die Leinestädterinnen nicht wirklich eine Chance (35:28). Trotz einiger Veränderungen in der Aufstellung im Vergleich zum ersten Match sollte auch der folgende Gegner vom MTV Wohnste 2 am Ende deutlich das Nachsehen haben (37:26). Im letzten Gruppenspiel wurde das Sottrumer Team dann aber noch einmal gefordert, den mit dem TV Frischauf Altenbochum stand ihnen ein altbekannter Gegner unter anderem aus Endspielen bei Deutschen Meisterschaften gegenüber. „Für die eine oder andere Spielerin auf beiden Seiten gab es so doch ein „Déjà-vu“-Gefühl,“ berichtet Sottrums Prellball-Chef Volker Heinze. Und wie in den letzten Begegnungen hatte auch dieses Mal der TV Sottrum am Ende die Nase vorn, musste dafür allerdings auch sein gesamtes Potential in die Waagschale werfen (33:29). Als Gruppenerster war damit das Ticket für den Startplatz in der 1. Bundesliga 2024/2025 gelöst.

Eigentlich war es allen Beteiligten der zweiten Sottrumer Damenmannschaft - Christine Roth, Janina Hüsing, Daria Trompeter, Fenja Ahlenstorf und Tabea Ehlert - im Vorfeld klar gewesen, dass sie nur eine Außenseiterrolle spielen würden bei dieser Relegation. Aber ein Fünkchen Hoffnung bestand doch, hatten sie doch in der abgelaufenen für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Doch irgendwie sollte es nicht so laufen und gleich im Auftaktmatch wurde den Sottrumer Damen ein „bisschen der Stecker gezogen“, als sie das Match gegen den TV Baden verloren geben mussten (27:34). „Das Spiel haben meine Damen in der 1. Halbzeit verloren“, so resümierte Trainer Volker Heinze, „und das nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in den folgenden Spielen.“ In den weiteren Spielen der Vorrunde gegen die Spitzenteams der Bundesliga Nord hatte der TV Sottrum nicht wirklich eine Chance (Werder Bremen 23:34, TV Grohn 17:31). Als Gruppenvierter trafen sie dann auf den Dritten der anderen Gruppe. VfL Hannover. Mit einem Sieg wäre das Sottrumer Team sicher in der 1. Bundeliga, bei einer Niederlage bliebe nur der Kampf um evtl. Nachrückerplätze. Und wie leider in den vorangegangenen Spielen war das Match schon zur Halbzeit quasi entschieden, auch wenn sich die Sottrumerinnen noch bemerkenswert herankämpfen konnten. Bis dahin war Coach Heinze zumindest mit der Einstellung seiner Damen sehr zufrieden, auch wenn er sich eine bessere Konstanz gewünscht hätte. Leider änderte sich die Sicht des Trainers beim letzten Spiel des Tages gegen den MTV Wohnste 2. „Man kann einen schlechten Tag haben und dann klappt nicht mehr so viel. Aber ich darf erwarten, dass sich alle bis zum Ende reinhängen, und das habe ich in diesem Spiel schmerzlich vermisst.“ Eine Niederlage (29:30) und damit der 8. Platz stand am Ende zu Buche. Dabei ist der Sottrumer Trainer gar nicht böse, dass seine Damen in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen werden: „Endlich einmal auf Augenhöhe mit den meisten Gegnern und hoffentlich diverse sportliche Erfolge, das sollte mein junges und talentiertes Team spielerisch und vor allem mental deutlich nach vorne bringen.“

Äußerst nervös war die 1. Herrenmannschaft vor Beginn der Relegationsspiele. Du das zu Recht, denn bei einem starken Teilnehmerfeld waren am Ende nur 5 Startplätze zu vergeben. Es ist allerdings inzwischen eine Stärke dieser Mannschaft, dass sie die Nervosität (meistens) rechtzeitig ablegen und ihr gesamtes Können zeigen können. Und so begannen David Voss, Felix Ecken Anatoli und Genrich Schmidt hochkonzentriert und abgeklärt die Relegation mit einem souveränen Sieg gegen den TV Grohn (34:27). Bestens angeleitet vom Betreuerteam Ralf Müller und Torben Peters, letzterer verletzungsbedingt in diese Rolle „gezwungen“, setzten das Sottrumer Team seinen Erfolgsweg fort gegen den TV Frischauf Altenbochum 2 (37:28). Doch so ganz ohne „Hänger“ können die Sottrumer Herren doch noch nicht. Gegen den personell geschwächten SV Werder Bremen lernte Peters die frustrierende Seite des Betreuerlebens kennen, als seine Spieler so gar nichts von dem umsetzten, was er ihnen an Weisungen während des Spiels eingab (29:31). Früher hätte so ein Spiel die Moral des Teams angeknackst, doch heute sind sie deutlich weiter. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs, wie sie sich nach der Niederlage gegen Werder wieder aufgerichtet und eine tolle Leistung gezeigt haben“, so Heinze. Im „Endspiel“ um den Gruppenersten gegen die TSG Valbert glänzten die Sottrumer in der Annahme („unfassbar was insbesondre Anatoli und Genrich Schmidt angenommen haben (Trainer Müller)) und mit einem klugen und druckvollen Angriffsspiel. Am Ende stand der Sieg auch in der Höhe verdient fest (32:23), damit der erste Gruppenplatz und folglich auch für den TV Sottrum bei den Männern das Startrecht in der neuen Bundesliga 2024/2025.