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Tanzen macht Spaß und ist gesund

So beginnt der Klappentextes eines Buches(*) von Gunter Kreutz, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Uni Oldenburg.

Tanzen, so sein Fazit, ist für das heutige Gesundheitssystem und für die Bildung kommender Generationen unverzichtbar.

Der Klappentext sagt weiter:"Musikalische Rhythmen bewegen Körper, Geist und Seele und sorgen für mehr Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität. Tanzen mindert Stress, beugt chronischen Erkrankungen vor oder hilft, diese in Schach zu halten. Doch Tanzen bewirkt noch mehr:Tänzerinnen und Tänzer tragen seit jeher Schritt für Schritt zu einem menschlichen, lebendigen Miteinander jenseits von Worten und Emojs bei. Tanzen ist Teil unserer biologischen und kulturellen Menschheitsgeschichte. Es hilft uns, zu verstehen, wer wir eigentlich sind."

Und Dr. Eckart von Hirschhausen wird mit folgenden Worten zitiert: "Tanzen ist bestes Anti-Aging! Dieses Buch macht wissenschaftlich fundiert Lust, sich wieder öfter rhythmisch zu bewegen. Das ist gut für Körper und Geist - sogar für Männer!"

(*) Gunter Kreutz, Tanzen, Psychosozial-Verlag, Gießen 2019

 

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Hält Tanzen das Gedächtnis frisch?


Unlängst berichtete eine Bremer Tageszeitung über die Ergebnisse einer Studie der Universität
Pittsburgh. Darin wurden 299 Senioren über einen Zeitraum von 13 Jahren beobachtet
und dabei festgestellt, dass schon regelmäßige Spaziergänge in den mittleren Lebensjahren
zum Erhalt der Hirnmasse, der Denkprozesse und des Gedächtnisses im späteren Alter beitragen
kann. Nach Aussage der Neurologen zeigte sich, dass die ausdauerndsten Spaziergänger
ihr Risiko für Gedächtnisschwund über Jahre hinweg halbieren konnten.
Tanzen ist Gehirn-Jogging
Toll. Wenn solche Resultate bereits durch einfache Spaziergänge erzielt werden können, wie
viel beeindruckender muss dann ein regelmäßiges Tanztraining wirken, bei dem es um sehr
viel komplexere Bewegungsabläufe geht, die zudem sehr intensiv beide Gehirnhälften fordern.
Soweit der Gesundheitsaspekt.
Tanzen ist Sport
Tanzen wir im Tanzclub „Wieste“ deshalb? Ist der TC „Wieste“ ein Gesundheitsclub für Senioren?
Gewiss nicht. Das ist lediglich ein willkommener Nebeneffekt. Der Spaß am Tun, die
Freude an der Bewegung und der Wunsch nach Verbesserung treiben uns. Manche von uns
bereits seit 20, seit 15, seit 11 Jahren. Jahr für Jahr. Woche für Woche, manchmal auch
zweimal pro Woche. Aber trotzdem ist keiner von uns perfekt. Allerdings wächst mit der Routine
die Gelassenheit. Plötzlich hast du mehr Zeit für die gleichen Bewegungsabläufe, die du
gestern nur hastig bewältigen konntest. Nun aber kannst du dich auf wichtige Details konzentrieren,
alles andere läuft automatisch ab. Dann wird es Spazieren gehen nach Musik.
Und das macht Spaß! Ehrlich! Selbst, wenn es nicht perfekt ist. Auch unsere „Neulinge“ -
nicht nur „Seniorenclub“ - sehen das und sehen, dass sie auf einem guten Weg sind.
Weitere Zeitungsartikel aus dem Weser-Kurier zum Thema
„Jeder Schritt zählt“ von Catrin Frerichs
WK-Seite „Bildung & Wissen“ v. 5.9.2011

Der Sportwissenschaftler Mirko Brandes von der Uni Oldenburg erklärt, dass 12.000 bis
13.000 Schritte pro Tag eine ausreichende Bewegung im Alltag darstellen würden. Das wären
bei einer Schrittlänge von 60 bis 65 cm rund acht Kilometer pro Tag. Menschen, die im
Büro arbeiten, würden hingegen nur auf 500 bis 600 Schritte kommen, also gerade 400 m.
Das ist nach seiner Einschätzung viel zu wenig. Er entwickelt etliche Vorschläge, wie der
Mensch zu ausreichender Bewegung kommen kann. U.a. nennt er natürlich den Faktor
„Sport treiben“. (Bei einer Tanz-Trainingseinheit (1 ½ Std.) kommt unser Büromensch auf
mindestens 3000 Schritte, was einer Strecke von 2 km entspricht, also etwa dem fünffachen
seines Tagespensums während seiner Berufstätigkeit. Hinzu kommt die Funktion des Tanztrainings
als Koordinationsschulung.)
„Fitness im Alter steigert die Gehirnleistung“ von Jürgen Beermann
WK-Seite „Bildung & Wissen“ v. 21.5.2012

Normalerweise lässt im Alter die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns nach. Die
Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung verändert sich, die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
wird geringer. Experimentelle Studien der Bremer Jacobs University sollten herausfinden,
ob ein Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitiver Leistung
besteht. Die Teilnehmer der Studie (65- bis 75-jährig) haben dreimal pro Woche 45 bis 60
Minuten trainiert. Als Konsequenz aus der Studie wurde genannt, älteren Menschen eine
Mischung aus Ausdauer- und Koordinationstraining zu empfehlen. Ausdrücklich wurde Tanzen
als eine Möglichkeit genannt, die allerdings empirisch noch wenig überprüft sei.

„Tanzen – die Gesänge der Körper“ von Bettina Rusczynski
WK-Seite „Lust am Lesen“ v. 2.9.2012

Tanzen verbindet – Frauen und Männer, verschiedene Generationen und Nationen. Vielleicht
ist das der Grund, dass es wohl in jeder Kultur Formen von Bewegung zu Musik gibt.
Fred Astaire soll gesagt haben: „Tanzen ist Esperanto mit dem ganzen Körper.“ Und dem
Kirchenvater Augustinus schreibt man den Satz zu: „Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die
Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen.“ Der Nichttänzer sollte bedenken, was Langzeitstudien
heraus gefunden haben: Regelmäßiges Tanzen senkt die Wahrscheinlichkeit, an
Demenz zu erkranken, um 76 Prozent. Hobbytänzer wissen längst, dass Tanzen Körper und
Geist stimuliert und glücklich macht. Durch die Vielzahl an Bewegungen, den Gebrauch zahlreicher
Muskeln und die Förderung der motorischen Fähigkeiten ist Tanzen zudem das ideale
Fitnesstraining und eine besondere Form des Ausdrucks von Gefühlen. „Tanzen ist wie
Singen mit dem Körper.“
„Gehirn speichert Fingerfertigkeit“
Artikel im Weser-Kurier, Datum nicht mehr bekannt (2013 ?)

„Das menschliche Gehirn kann Fingerfertigkeit in Erinnerungsbausteinen speichern und wieder
abrufen“ haben Neurologen in Leipzig und Würzburg bei Versuchen mit ausgebildeten
Musikern herausgefunden. Das Speichern komplizierter Bewegungsmuster in Modulen ermögliche
es dem Gehirn, die Abläufe bei Bedarf schnell abzurufen. Das spare Energie und
Zeit und erlaube dem Musiker eine besondere Virtuosität, größere Leichtigkeit, Präzision und
Geschmeidigkeit. (Fragestellung: Lässt sich dieser Zusammenhang auch auf das gesamte
Körpertraining übertragen z.B beim Tanzen?)
„Gehen bis zum Geistesblitz“ von Walter Schmidt
WK-Seite „Bildung & Wissen“ v. 25.1.2014

Mediziner und andere Experten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, den Geist
bis ins hohe Alter fit zu halten. „Fordern Sie Ihr Gehirn“, rät die „Alzheimer Forschung Initiative“.
„Betrachten Sie es wie einen Muskel, der trainiert werden muss, um dauerhaft leistungsfähig
zu bleiben.“ Und weiter empfiehlt die Initiative körperliche Bewegung. „Laufen Sie
Treppen, gehen Sie viele Wege im Alltag zu Fuß oder benutzen Sie Ihr Fahrrad“. Auch in
diesem Beitrag wird auf verschiedene Untersuchungen hingewiesen, die belegen, wie eng
körperliche Bewegung und geistige Aktivitäten miteinander verknüpft sind. Warum Bewegung
gut ist, ist eine Frage, die heute unter anderem Hirnforscher beschäftigt.